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Zwischen Tür und Angel…

… stehe ich im Augenblick. Eigentlich wollte ich es genau so, aber de Zeit die mir hier zum organisieren von einigen Kleinigkeiten  bleibt ist äußerst kurz. Es geht darum, die Mannschaft abzuschließen und das letzte Spiel über die Runden zu bekommen. Mit der Vermieterin soll der weitere Ausbau des Hauses geklärt werden, sowie die Frage, wann das nächste Mietgeld kommen soll. Und dann muss ich ihr noch beibringen, dass wir uns das kommende Wochenende schon wieder trollen werden und eine einmonatige Reise quer durch Nicaragua machen werden.

Aber langsam, Stück für Stück. Die letzte Woche waren wir drei nicht in Nueva Guinea sondern haben die Chance genutzt um die schulfreie Zeit mit einem richtigen Intensivsprachkurs zu verbringen. Einem Intensivsprackkurs auf Ometepe. Ometepe ist eine Vulkaninsel in mitten des mächtigen Nicaraguasees, einem der größten Süßwasserseen der Welt. Und der einzige Süßwassersee indem Süßwasserhaie unterwegs sind. Das Interessanteste am See ist, dass er zwei Zuflüsse hat, die beide ins Meer münden. Der eine in den Pazifik, der andere in den Atlantik. Lange Zeit planten daher auch die US-Amerikaner eine Pazifik-Atlantikpassage über den Nicaraguasee zu bauen.
Leider hat Panama mit viel Schmiergeld, wie ich mir das habe sagen lassen, die Amerikaner von ihrem Standort überzeugt, sodass die Millionen heute in Panamas Staatskassen fließen, anstatt in die Nicaraguanische Staatskasse, die es auch dringend nötig gehabt hätte. Einen Vorteil hat die Insel aber dadurch, sie ist nach wie vor Naturbelassen und einfach wunderschön.
In dieser Idylle durften wir dann unser Spanisch mit je einer eigenen Lehrerin aufpolieren. Die Tage auf Ometepe sind dermaßen schnell rumgegangen, dass wir uns auf unserer Reise noch ein zweites Mal dort blicken lassen wollen. Ometepe hat uns in den Bann gezogen!!! Außerdamm habe ich dort ganz praktische Sachen gelernt, zum Beispiel bin ich in der Zwischenzeit in der Herstellung von Artesania-Armbändern und Ketten bewanderter als zuvor. (Ein Beispielbild seht ihr in der Bildergalerie!) Außerdem habe wir dort wieder einen Haufen Leute kennen gelernt, unter anderem den Zahnarzt Josiel, bei dem ich mein Kokosnussholzplättchen mit den Zahnarztinstrumenten polieren und schleifen durfte. :D

Von Ometepe sind wir am letzten Montag zurückgekommen und nachdem wir den gesamten letzten Tag mit Evaluation des vergangenen Schuljahres beschlossen hatten, bleiben mir bis Samstag auch nur noch 2 Tage, denn dann gehen wir erneut auf Reisen. Auf unsere Vuelta de Nicaragua, in der wir vorhaben so viel wie möglich und so gemütlich wie möglich Nicaragua zu bereisen. Einen Monat frei unterwegs, ohne genauen Plan, von Stadt zu Stadt, trampenderweise versteht sich. Abenteuer Nicragua, wir kommen. Ich will versuchen, euch per Blognews auf dem Laufenden zu halten, aber das kann ich euch natürlich nicht versprechen. (So sind die von uns selbst aufgestellten Spielregeln für die Reise.) Ihr dürft mir ja dennoch gerne schreiben, ihr wisst, ich freue mich immer über Post.

saludos a todos, y que les vayan bien…

Simón

p.s: Wie ihr hoffentlich alle mitbekommen habt, ist mein dritter Erfahrungsbericht schon raus. Wer ihn noch nicht hat der darf ihn sich hier meinen dritten Bericht herunterladen. Simon

ein Lebenszeichen

Liebe Leser,

lang ist es her, dass ich mich gemeldet habe. Jetzt endlich, mehr als eine Woche nach Montelimar und dem Ausflug in den Luxus, finde ich hier wieder die Muße etwas für euch zu schreiben.
Das Thema Fußball will ich nicht noch einmal breit treten. Das liegt zum einen daran, dass ich das schon zu genüge getan habe und vor allem auch daran, dass wir am Samstag das erste Halbfinale sang- und klanglos mit 7:2 verloren haben. Nächstes Wochenende folgt das Rückspiel, wir werden sehen, was sich da noch machen lässt.

Daher lieber was zu meiner Planung. Meine Schularbeit erlebt am 24. November nun endgültig ihr vorzeitiges Ende. Der Grund: Die circa zwei einhalb monatigen Ferien bis zum 4. Februar 2008. Wer sich jetzt denkt, na super, da macht der jetzt von unserem Spendengeld einen auf zwei Monate Urlaub, der täuscht sich aber. Unsere Organisation (Weltweite Initiative für Soziales Engagement e.V.) wir uns aller Vorrausicht in einem anderen Projekt einsetzten. Entweder in Nueva Guinea oder in einem anderen Projekt in Nicaragua. Nächste Woche zum Beispiel, werden wir höchstwahrscheinlich in Masaya unseren Sprachkurs nachholen.
Tja, aber Urlaub hab ich dann trotzdem. Wie immer unter dem Fragezeichen ob alles klappt. Aber WENN alles klappt, dann werden wir ab dem 8. Dezember eine einmonatige Reise quer durch Nicaragua machen. Trampender Weise versteht sich. Wir werden die ganzen Projekte unserer Kollegen besuchen und uns dort verköstigen lassen. (Haben den WG-Wettstreit am Anfang des FSJ für uns entschieden. Daher stehen uns stehen uns jeweils 3-Gänge Menüs in jedem Projekt zu. Das wird lecker!)

Leider fehlt bis jetzt noch eine feste Zusage von unserer Organisation, aber die werden sich schon rechtzeitig melden.

So nun habe ich euch auf den neusten Stand gebracht. Ihr wisst nun was ich weiß. Wer sich von euch wundert, dass ich nicht sicher sagen kann was ich nächste Woche mache, der ist einfach kein Nicaragua gewöhnt. Ich plane hier nur von Tag zu Tag, alles andere wird sowie wieder umgeschmissen. Vom Wetter, von Leuten die nicht wie abgesprochen erscheinen oder etwas erledigen, von wichtigen Terminen, die man keine Stunde vorher erfährt. So ist Nicaragua…

Liebe Grüße aus Nicaragua
¡y que les vayan bien!

simon

Montelimar

Liebe Leser,

das ist das zweite Mal, dass ich einen Beitrag über Montelimar tippe. Der Erste ist samt USB-Stick verreckt. (Was ein sehr teueres Vergnügen darstellt. Umso ärgerlicher!) Ich MUSS aber noch mal über Montelimar schreiben, weil ihr sonst auf die Gedanken kommen könnten, dass die neuen Bilder meinen kleinen Privaturlaub an einem der reichsten Hotels Nicaraguas zeigt. Na dass würde ja toll zu einem FSJler passen. Quatsch, die Sache sieht wie folgt aus:
Jedes Jahr am Schuljahresende macht die eeJAC ein großes Paseo, einen großen Schulausflug, bei dem auch alle Eltern, Brüder, Schwestern, Tanten, Onkels, Omas und Opas eingeladen sind. Wohin die Reise geht, dass beschließt die Elternkonferenz. Wie letztes Jahr schon fiel auch dieses Mal wieder die Wahl auf Montelimar. DEN Urlaubsort am Pazifik. Direkt vor Managua. Montelimar ist eigentlich eine Ansammlung von Luxushotels, eines besser als das andere. Und wir gingen natürlich in das Beste. Wohin auch sonst.
In diesem Hotel also residierten für genau eine Nacht, die schon höllisch teure 71 US$ kostet, eine Horde Nicas, die für einen Tag leben wollten wie die ganzen reichen Weisen, die sonst im “Barceló Montelimar” residierten. Einen Tag und eine Nacht, sein wie die ganzen Schauspieler in den Fernsehrsoaps. Gebadet wurde lieber in einem der drei Pools als im Pazifik.
Dafür wurde lieber gegessen. Morgens, mittags, abends gab es jeweils warmes Büffet und jeder durfte essen soviel er wollte. Ich gebe zu, dass habe ich auch genossen. Vor allem, hört hört, dass Gemüse. Endlich wieder mal Blumenkohl. (Den die Hälfte unserer Schüler natürlich nicht kannten. Ebenso wenig wie Obergine.) So haben ich die 1,5 Tage in Montelimar also größtenteils mit essen und schwimmen verbracht. Und habe dabei einfach nicht glauben können, immer noch in Nicaragua zu sein. Dazu war alles viel zu unwirklich. DAS war nicht Nicaragua. Das wirkliche Nicaragua findet in Nueva Guinea oder anderswo statt, aber nicht in einem 71$ Hotel. Mit diesen Hintergedanken konnte ich die ganze Anlage und all die Hotelmöglichkeiten irgendwie gar nicht genießen. Ich wusste halt dass es irgendwie falsch war.
Das Beste was wir machen konnten, war der Ausflug auf einen Felsvorsprung, der schon nicht mehr zum Hotel gehörte. Da kamen wir auf einmal in unberührte Natur. (Warum hätte einer der Gäste sich schon dahin wagen sollen – weg vom Pool???) Daher stammen auch die vielen schönen Bilder vom Strand und vom Meer.

Das waren so meine Eindrücke aus diesem 1,5 Tagen Montelimar. Es bleibt eine willkommene Abwechslung, mehr aber auch nicht. Ich muss sagen, dass ich mich hier wohler fühle, als in der Millionenschweren Hotelanlage. Ansonsten geht es mir weiterhin sehr gut. Nächsten Samstag spielen wir endlich unser erstes Halbfinalspiel. Also drückt uns die Daumen.

Liebe Grüße
!y que les vayan bien!
Simon

(Halb) Finale… Ohhoohoo

Liebe Leser,

aus aktuellem Anlass schreibe ich nochmals zum Thema Fußball. Gestern stand endlich das für letzen Samstag angekündigte Spiel an. (Irgendeine andere Liga hat auf unserem Spielfeld, nahe der “Universität” Nueva Guineas, Spiele ausgetragen. Da musste unsere Jugendliga zurückstecken.) Naja, endlich stand jedenfalls dieses eigentlich “letzte” Spiel an. Ich gebe zu die Sache schon abgehackt zu haben, aber das war ein Fehler. Die Mannschaft die im Kern so schon eine Meisterschaft gewonnen hat, hat gestern auf dem Platz echte Qualitäten bewiesen. Das Hinspiel ging mit 3:1 verloren. Um uns direkt zu qualifizieren brauchten wir also mindestens drei Tore oder ein 2:0, wegen der Auswärtstore-zählen-doppelt-Regel. Da ich geschriebene Fußballberichte immer minder interessant fand, hier eine kurze Zusammenfassung. Nach starkem Beginn, aber vielen versiebten Chancen, lagen wir kurz vor der Halbzeit leider 1:0 zurück. Keine 2 Minuten vor der Pause aber ein stark Herausgespieltes 1:1 (Torschütze Joel). Viel Unzufriedenheit in der Pause, drei Spieler wollten sich auswechseln lassen. Aber ich hab alle wieder aufs Spielfeld geschickt. Was sich als richtig erwiesen hat. Die Jungs blieben dran, waren aggressiver und lauffreudiger als der Gegner. Die Defensive (mit Chico, Pablo, David und Delvin sehr stark besetzt) stand gut. Wie ich vorher gesagt hatte waren sie die Basis für ein gutes Spiel. Das 2:1 nach 60 Minuten. Was für ein Traumtor… Golarco, Golarco, Gollaaaarrrrccooo. Aus der Abwehr ging Chico nach vorne und packte eine unglaubliche Steilflanke auf Joel aus, der den Ball per Direktabnahme im Winkel versenkt hat. UUuuuunglaublich. Hätte ich Chico zum Beispiel nie zugetraut. Aber so überraschen mich meine Spieler immer wieder. Das 3:1 ein Abstauber durch Christofer Saria und das 4:1 durch Lesving kurz vor Schluss waren dann so was wie das perfekt Filmende… Unglaublich so kann Fußball sein. Aber das diese Arbeit auch wirklich Arbeit sein kann, die nicht nur Spaß macht, beweist Folgendes: Nachdem ich die Mannschaft noch mal zusammen gerufen habe und alle nach Hause aufbrechen, fehlt immer noch ein Ball. David hat einen meiner Spieler, der schon nach Hause aufgebrochen ist, mit dem Ball gesehen. Wir laufen ihm hinterher. Er will den Ball nicht rausrücken. Ich nehme ihm den Ball weg. Er kam im Spiel nicht zum Einsatz. Ich weiß noch nicht was ich machen werde, aber möglicherweise fliegt er aus der Mannschaft. (Jetzt kann ich schließlich aus zwei Verstärkungen nachbeordern.) Solche Disziplinlosigkeiten gehören nicht zu dem, was ich den Jungs bieten will und was ich von ihnen erwarte. Das wissen alle. Da ich nächsten Mittwoch nicht zur Reunion der Trainer gehen kann, da ich auf dem Paseo der Schule bin, werden zwei meiner Spieler mich dort vertreten. Dann steht auch unser neuer Gegner und der Spieltermin fest. Wahrscheinlich nächster Samstag. Auf alle Fälle möchte ich nach dem Ende dieser Liga, das ja bald schon ansteht (die nächste Runde ist das Halbfinale), wieder mit einer Mannschaft Alemanica antreten. Um die neue Liga zustande zu bekommen, werden wir allerdings wieder Geld brauchen. (für Trikots, Bälle, Schienbeinschoner, Stutzen uns Schuhe) Wer eine Idee hat, woher dieses Geld kommen könnte, der schreibe mir bitte eine E-Mail an mail@simon-richter.eu . Hier bekommt ihr noch einen Eindruck der Mannschaft Alemanica. Leider nur zur Hälfte vollständig.

Alemanica

Bericht Oktober 2007

Liebe Leser,

Ja es ist schon wieder so weit, der zweite Bericht ist bereits raus. Solltet ihr ihn nicht per Post bekommen haben, hättet ihn aber gerne mit Post, dann meldet euch. (unter mail@simon-richter.eu)

Ihr könnt ihn euch aber auch hier Downloaden unter der Kategorie Bericht.

Neues Video

In der Kategorie “Videos” solltet ihr jetzt ein neues Video finden, das euch einen Eindruck von dem was hier Regen heisst vermitteln soll. Und das ist wirklich alltäglich hier… :D

Der Ball ist Rund!

Liebe Leser, Freunde und Verwandte,

ein weiteres Lebenszeichen. Ja es geht mir gut. Ich lebe seit nun fast einem Monat in einer Gastfamilie und werde leider in wenigen Tagen schon wieder umziehen. Zurück in unsere Zivibude. Die Zeit hier im Hause von Maria Luisa hat mir sehr, sehr gefallen. (Bilder von ihr und mir seht ihr am Rand.) Toll hier gewesen zu sein, aber jetzt kommt halt auch noch das Abenteuer WG-Leben dazu. Und darauf freue ich mich ja auch. Ein Thema für Heute habe ich mir noch nicht überlegt. Dabei gibt es eine Millionen Möglichkeiten etwas zu schreiben.

Ich will mich heute mal dem Thema Fußball widmen. Viele von euch werden schon mitbekommen haben, dass ich hier Trainer einer Fußballmannschaft geworden. Diesen Job hab ich quasi von meinen Vorgängern übernommen. So darf ich mich im Augenblick stolzer Trainer, Präsident und Verantwortlicher des Clubs “Alemanica” nennen. :D In Nueva Guinea gibt es nur eine  U17 Liga, da für weitere Ligen Geld und Organisationsstrukturen fehlen. Alemanica ist eine von 7 Mannschaften die an dieser Runde teilnehmen. Die Hinrunde ging letzte Woche zu Ende und Alemanica qualifizierte sich durch zwei glorreiche Siege (von dem uns einer natürlich aberkannt wurde) für die Play-Offs. So spielen wir jetzt um den MEistertitel mit, so gut es eben geht. Wie gesagt haben wir die letzen beiden Partien mit 5:0 und 6:4 gewonnen. Die letzte Partie sogar mit 9 gegen 11 Spieler, gegen den Tabellenersten. Gestern also hatten wir das erste elumentario, das erste Ausscheidungsspiel, und leider haben wir das dann mit 3:1 verloren. Sosehr viele dumme Fehler und obendrein fehlte vollkommen die tolle Ordnung in der Mannschaft, die uns die letzten Spiele noch so ausgezeichnet hatte.
Nächste Wache ist das Rückspiel, ich hoff ihr drückt uns die Daumen.

Diese Fußballmannschaft ist mein Zweitprojekt. Obwohl auch einige meine Spieler meine Schüler in der eeJAC sind, arbeite ich hier generell mit einem ganz anderen Milieu an Jugendlichen. Dieses Projekt ist quasi mein Straßeninder Projekt. Viele von den Jungs sind sehr schwer erziehbar, haben nie Grenzen kennen gelernt. Sie kommen entweder nur zu jedem dritten Spiel oder holen sich nur das Trikot ab, dass der Liga gehört, und verschwinden dann. Auf und neben dem Spielfeld scheren sie sich mitunter einen Scheiß was ich ihnen sage. Die Arbeit hier ist einfach eine ganz andere, als in der Schule. Dort sind die Kids zwar auch bockig, aber ich kann sie mit schlechten Noten “kontrollieren”. Die meisten meiner Spieler sind nicht in der Schule oder haben abgebrochen. Der Fußball am Wochenende, in einer richtigen Mannschaft mit Trikots und Schiedsrichter, bedeutet für die Jungs daher einiges.
Und ich glaube auch schon ein wenig etwas erreicht zu haben, in den wenigen Stunden, die ich mit den Jungs zusammen gearbeitet habe. Ich habe mir diejenigen rausgepickt, die immer die lautesten und aggressivsten sind und habe ihnen eine spezielle Funktion, eine Aufgabe gegeben. Zum Beispiel die Abwehr zu organisieren oder einen bestimmten Spieler zu decken. Unglaublich wie diszipliniert die Jungs dann auf einmal sind. Sie haben eine Aufgabe, die sie zwar nicht immer perfekt lösen, aber sie arbeiten daran.
Schade, dass ich meinen Spielern nur auf dem Spielfeld eine solche Aufgabe zuweisen kann. Neben dem Spielfeld und die ganze restliche Zeit der Woche, dümpeln sie wieder vor sich hin. Vll lernt der eine oder andere aber auch was fürs Leben daraus… Auf jeden Fall haben die Jungs Spaß am Spiel und können so was wie Mannschaftszusammenhalt und Kameradschaft üben, was auch ganz wichtig ist.
Jetzt hoffe ich nur noch, dass wir vll zumindestens das Halbfinale erreichen und im nächsten Spiel richtig reinhauen können. Näheres folgt dann an gleicher Stelle.

Liebe Grüße an euch alle!
Simon

Schule in Nicaragua

Meine lieben Leser,

nachdem wieder viel Zeit verstrichen ist setze ich ein neues Lebenszeichen aus Nicaragua ab. Mir geht es soweit sehr gut, bis auf die Tatsache, dass ich mir hier in Nicaragua eine Erkältung eingefangen habe. Kaum zu glauben, obwohl hier eigentlich immer deutlich über 20°C sind, habe ich mir eine original Erkältung mit laufender Nase, Husten und dickem Kopf eingefangen. Typisch Simon.
Wie gesagt geht es mir ansonsten sehr gut. Ich gehe meiner Arbeit nach und unterrichte jetzt endgültig alle meine Schüler, die ich bis zum Schuljahresende in gut sechs Wochen noch durch die Examen bringen sollte.
Das erste Examen steht bereits in der nächsten Woche an. Da aber weder ich mich, noch die Schüler sich gut genug darauf vorbereiten können, werde ich wohl sehr leichte Prüfungsaufgaben stellen. Aber das erkläre ich euch gerne mal ausführlich. Warum nicht jetzt? Aus der Reihe: Was sie schon immer über Nicaragua wissen wollten und vieles Mehr! (Mein Name ist Troy Clure und sie kennen mich bestimmt noch… ;D)

Das Schulsystem Nicaraguas

Ich werde hier versuchen euch kurz und bündig mein bisheriges Wissen über das Schulsystem Nicaraguas darzustellen. Ich glaube, dass ich das System noch nicht ganz geblickt habe, aber die Grundzüge sehr wohl.
Das nicaraguanische Schulsystem teilt die Schulen ähnlich wie in Deutschland in Stufen ein. Die ersten 6 Jahre Schule sind die so genannte Primaria. Diese ersten Klassen nennen sich grados und unterteilen sich in das primer, segundo, … bis secto grado. Danach wird von neuem angefangen zu zählen, denn die Kids kommen danach in die Segundaria. (In Deutschland zu vergleichen mit der Sekundarstufe.) Hier durchlaufen die Kinder nochmals fünf Jahre. Die Stufen nennen sich dann nicht mehr grados sondern anos. (Dementsprechend primer bis quinto ano.) Am Ende des quinto Ano steht dann die Hochschulreife, die zum Studium an einer nicaraguanischen Uni befähigt. Wer allerdings im Ausland studieren will muss sich im Ausland meisten auf wenigsten ein Jahr Studienkolleg einrichten.

Ihr seht schon, dass im Gegenteil zu Deutschland keine Dreigliedrigkeit im Bildungssystem besteht. Die Gesamtschule ist hier theoretisch Realität. Das Problem dabei: Bisher schickten nur die Eltern ihre Kinder auf die Schule, die sich leisten konnten auf sie zu verzichten. Denn normalerweise arbeiten Kinder hier auch schon im Grundschulalter auf der Finka, oder im Betrieb mit. So war aus der Gesamtschule schnell wieder eine Priveligiertenschule geworden.
Daniel Ortega führte vor einigen Monaten als eine seiner ersten Amtshandlung eine allgemeine Schulpflicht bis zum sechsten Grado ein. Sicher eine gute Idee, hat aber den Nachteil, dass die überhaupt nicht darauf vorbereiteten Schulen in der Zwischenzeit in Primariaschülern schwimmen. Die Lehrer sind überfordert, die Kids unzufrieden… Das nicaraguanische Schulsystem scheint für diesen zwar richtigen Schritt noch nicht gewappnet zu sein. Zumal nun auch die “sozial schwierigeren” Schüler den Unterricht erschweren. Geld für neue Lehrer hat der Staat leider nicht. (Genauso wenig wie für eine durchgehende Stromversorgung.)

Mein Aufgabenfeld in der eeJAC beschränkt sich eigentlich auf die segudaria. In meiner Schule gibt es nur ein primer, segundo und tercer ano, da für weitere Jahre die ausgebildeten Lehrer fehlen. Das reicht allerdings meiner Meinung nach auch bereits gut aus. Ich gebe zum Beispiel pro Woche 5 Stunden Matheunterricht in der segundaria (vgl 8 klasse Gymnasium), 4 Stunden Physik im tercer Ano (vgl 9 Klasse Gymnasium) und 3 Stunden Englisch/Deutsch im primer Ano (vgl 7 Klasse Gymnasium). Dazu kommen noch Stunden in diversen Grados, aber dabei handelt es sich immer nur um 1h/Woche oder sogar nur eine halbe Stunde.

Zum größten Teil habe ich also mit den pubertierenden Jungspunden zu tun, die sich natürlich gerne am Lehrer aus Deutschland ausprobieren. (Das kenne ich ja selbst auch noch allzu gut!:D)

Eingeschult wird bereits mit fünf Jahren, was bedeutet, dass man mit 16 oder manchmal auch 15 schon mit der Schule fertig ist und dann studieren gehen kann. Wie ich hier manchmal angeschaut werde, wenn ich erkläre dass ich noch nicht studiert habe. (Vor allem NEIN, ich bin kein studierter Lehrer aus Deutschland…)

Dank Thelma der Frau eines Freundes, bei dem mein Kollege Marius gerade lebt, konnten wir auch mal zwei Tage in eine öffentlich Schule reinschnuppern und uns ein Bild von dem machen wie wir es nicht machen  sollen. Staubtrockener Frontalunterricht. Herunterbeten von Formeln. Uninteressierte Schüler. Unmotivierte Lehrer. Genauso wie Schule nicht sein sollte. Doch genau so sieht der Unterricht Nicaraguas aus.

Um ein echtes Fazit zum nicaraguanischen Bildungssystem schreiben zu können fehlen mir die nötigen Erfahrungen die alle noch vor mir habe. Daher nur so viel: Vieles liegt hier im Argen, weswegen solche Projekte wie die eeJAC, die trotz widriger Bedingungen versucht einen anderen Weg zu gehen, extrem wichtig für dieses Land.

Man ist, was man isst…

Meine lieben Leser,

Ich kann die Tage bis zu meinem ersten vollendeten Monaten in Nicaragua schon an einer Hand abzählen. Dann ist bereits 1/12 meines FSJs vorbei. Dabei kommt mir die Zeit gar nicht so vor, als ob ich bereits solange in Nicaragua bin. Aber ich will es positiv auffassen, dass die Zeit an mir vorbei zufliegen scheint. Denn wenn ich die Tage zählen würde, dann wäre das sicher kein gutes Zeichen…
Natürlich will ich euch auch heute mit einem kurzen “So-ist-Nicaragua” Beitrag beglücken. Als Thema für diesen Blogeintrag habe ich mich für das Essen entschieden:

Das nicraguanische Essen erfüllt folgende Kriterien: Es ist fettig, fettig und meistens fritiert. Tatsächlich ist es so wie mir gesagt wurde. Symptomatisch dafür steht der sogennante Gallo Pinto (= gefleckter Hahn). Dabei handelt es nicht um ein Hähnchengericht. Es handelt sich dabei um frittierte Bohnen mit frittiertem Reis. Diesen Gallo Pinto gibt es hier zum Frühstück, zum Mittagessen und zum Abendessen. Aber ich gebe zu, ich habe mich bereits an ihn gewöhnt und ihn schätzen gelernt!
Ansonsten kocht man in Nicaragua doch sehr oft mir Fleisch. Meistens Hühnchen oder Rind. Dazu obligatorisch eine Tortilla. Wie gesagt über den Fettgehalt müssen wir dabei gar nicht erst anfangen zu streiten. Jeder Ernährungsberater würde sich im Grabe umdrehen…

Als ich gestern mal was richtig Deutsches für meine Gastfamilie kochen wollte und merken musste, dass es hier einfach nicht die Zutaten dazu gibt, habe ich gebratene Kartoffeln mit Ei und Schinken gemacht. Angekündigt hatte ich das als “Papas fritas con huevos”. Na ja, ich habe pro Pfanne so zwei Messer Margarine zum anbraten genommen und musst mir dann die Frage gefallen lassen, ob ich das  nun gekocht oder “frittiert” hätte. Weil von frittiert hätte man nichts geschmeckt. So ist das halt unterschiedlich mit den Geschmäckern.

Ansonsten muss ich feststellen ich esse deutlich mehr hier als in Deutschland. Das glaube ich zumindest. Ich bin mal gespannt was aus dem hageren Simon nach einem Jahr Gallo Pinto so wird. :) Nur mit dem trinken komme ich irgendwie nicht so ganz hinterher. Das liegt aber auch zum guten Teil daran, dass das Wasser aus der Leitung hier so verchlort ist, dass ich es anfangs nur mit sehr, sehr viel Überwindung trinken konnte. In der Zwischenzeit habe ich mich dran gewöhnt.

Das soll es erstmal wieder gewesen sein. Ich hoffe euch geht es gut und ihr habt bedeutend weniger Regen als ich hier. (Es regnet gerade wieder mal seit drei Stunden an einem Stück durch…)

Saludos
Simon

Desweiteren gibts jetzt brandneu meine 1ter Erfahrungsbericht

der hier zum Download bereitsteht… Ich freue mich über jedwege Reaktion!

Hallo ihr Daheimgebliebenen,

 hier mal wieder eine Meldung von mir. Diesmal sogar mit Bildern. (yeehaaa!) Dazu siehe bitte an der rechten Seiten den Balken, der auf die flickr Seite verlinkt. Um euch ein wenig an der Atmosphäre und meinen bsonderen Erlebnissen in Nicaragua teilhaben zulassen, habe ich mich für eine kleine Auflistung von bestimmten Sachen, die mir aufgefallen sind, entschieden. So kann ich euch immerwieder auf den ein oder anderen schockierenden oder faszinierenden Fact aus Nicaragua hinweisen.

Mein erstes Thema:

Die Hunde

Seit ich in Nicaragua bin, glaube ich eine Ahnug zu haben, was vor die “Hundegehen” wirklich bedeuten soll. Ein Hundeleben (wieder so ein Wort, dessen Sinn ich hier erst kapiere) ist hier einfach nichts wert. Schon in Costa Rica war ich reichlich erschrocken als ich an einer Bushaltestelle vorbei lief und auf einemal merkte, dass 2 Hunde unter der Bank lagen und mich anstarrten. Komisch, obwohl ich nie mmit Hunden Probleme hatte, war mir ein Hund ohne Leine und Halsband, wie man sie aus dem heilen Deutschland kennt, sehr sehr fremd. In der Zwischenzeit hab ich mich an sie gewöhnt. Der Hund ist hier nichts wert und wird auch so behandelt. (Wüssten die Nicas, dass wir Deutschen teilweise Höchstpreise für einen Hund zahlen – sie wúrden uns auslachen!) An der carretera, der Schnellstrasse, liegt immerwieder ein Hundekadaver, der fürchterlich stinkt. In den Innenstädten wimmelt es von Strassenkötern mit vier, manchmal drei oder auch mal nur noch zwei gesunden Beinen. Viel Strassenhunde werden misshandelt, nur so zum Spass. Die Marktleute halten die Hunde mit Peitschen fern (die am Ende manchmal sogar Stacheldraht haben). Die selben Peitschen werden auch gegen zugedröhte Borrachos (wörtlich die “Trinker”) angewandt. (!!!)

Mit meiner deutschen Einstellung (Wie süss ein Hund, mal streicheln!) bin ich hier sehr schnell untendurch, da quasi jeder Hund hier Flöhe und alle anderen Parasiten hat. Ganz normal. Ich hab mir aber sagen lassen, dass sich an der Uni hier in Nueva Guinea sogar Tiermedizin gelehrt wird.

Zu mir: Mir gehts gut, ich starte in die Schule und habe bereits meine ersten beiden Schultage hinter mir. Mein Hauptziel und meine Hauptaufmerksamkeit gilt immernoch dem Spanisch. Doch immerhin versteh ich fast alle Gespräche, nur selbst sprechen ist noch ein wenig schwer. Aber das wird schon. Ich freue mich über Kommentare oder mails.

hasta luego

su simon

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Monatsberichte

Wenn ihr meine Monatsberichte per email zugeschickt bekommen wollt, dann schreibt mir eine email an mail@simon-richter.eu

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